Datum: 13.06.2017
Tulpe/Plentz profitieren vom Drama um Alzen/Weidt beim DUNLOP 60

Im pinkfarbenen Lamborghini Huracan GT3 waren Suzanne Weidt und Uwe Alzen dem Sieg nahe (Foto: Farid Wagner)

Die Gesamtsieger Sepp Klüber/Kenneth Heyer, Tommy Tulpe/Fabian Plentz und Teamangehöriger von HTP für Wim de Pundert (Foto: Farid Wagner)

Platz zwei für das Duo Sepp Klüber/Kenneth Heyer mit dem Mercedes-AMG GT3 (Foto: Farid Wagner)

Wim de Pundert wurde Dritter im DUNLOP 60 (Foto: Farid Wagner)

Das Vater-Sohn-Gespann Robert und Max Aschoff wurde Vierter und gewann die Klasse 3 (Foto: Farid Wagner)

Gesamtplatz fünf und Sieg in der Klasse 8 für Benni Hey (Porsche 991 GT3 R) Foto: Farid Wagner

Das Duo Dimitri Parhofer/Peter Schmidt kam im Audi R8 LMS auf Platz sieben (Foto: Farid Wagner)

Dritter Klassensieg beim dritten Rennen für Karlheinz Blessing. DMV-Sportpräsident Dr. Gunther David übergibt die Pokale (Foto: Farid Wagner)

Marc Asbeck (Black Falcon) holte sich Platz zwei der Klasse 8 im DUNLOP 60 (Foto: Farid Wagner)

Die Grid Girls vom DUNLOP 60 auf dem Weg in die Startaufstellung (Foto: Farid Wagner)
Was für ein Drama beim DUNLOP 60. Im Rahmen des Motorsport XL Weekend fand am 10. Juni 2017 der vierte Lauf des Endurance-Rennen auf dem Nürburgring statt. Und am Ende mussten sich Uwe Alzen und Suzanne Weidt wegen eines Boxenstoppfehlers geschlagen geben.

Das Konzept vom DUNLOP 60 ist relativ einfach. Es wird ein 60 Minuten-Rennen mit ein oder zwei Piloten und einem Boxenstoppfenster von der 25. bis zur 35. Rennminute gefahren. Dazu gibt es 120 Sekunden Mindestzeit zwischen Einfahrt und Ausfahrt Boxengasse. Und dabei ist zu beachten, dass 120 Sekunden eben nicht 1 Minuten und 20 Sekunden sind. Doch davon später mehr.

Wie üblich fand am Freitagabend das Qualifying statt. Uwe Alzen war das Maß der Dinge auf dem 5,137 Kilometer langen GP-Kurs in der Eifel. Erst kurzfristig entschied man sich im Team von Spirit Racing, den ehemaligen DTM-Piloten auch im Rennen einzusetzen. Mit Suzanne Weidt teilte er sich während des Rennens das Cockpit. Teameigentümer Dietmar Haggenmüller: „Wir schauen gerade, wie wir zusammen etwas aufbauen können und Uwe kann uns dabei helfen. Er weiß was er macht und kennt sich hervorragend aus.“

Aber nicht nur in der Organisation wusste Uwe Alzen was zu tun ist. Er stellte den pink-farbenen Lamborghini mal eben auf die Pole Position. Seine Zeit mit dem Huracan GT3: 1:53,894 Minuten.

"Ich saß zum ersten Mal in einem Mittelmotorauto. Der Huracan lässt sich schön fahren, sieht toll aus und hat eine gute Balance", so der Sieger der 24h Nürburgring von 2010. Und seine Teamkollegin Suzanne Weidt konnte nur noch staunen: „Wahnsinn!“

Der Nachbar von Weidt und Alzen in der ersten Startreihe war der Audi R8 LMS des Duos Tommy Tulpe/Fabian Plentz. Reihe zwei teilten sich das Gespann Sepp Klüber/Kenneth Heyer (Mercedes-AMG GT3 - equipe vitesse) und Oliver Engelhardt/Manuel Lauck im Lamborghini Huracan Super Trofeo (GetSpeed Performance).

Am Samstagnachmittag kam es dann zur großen Show und natürlich lagen Freud und Leid erneut sehr nah beieinander. Uwe Alzen und Fabian Plentz lieferten bereits im ersten Stint tollen Motorsport. Und auch dahinter gab es Kämpfe um jeden Zentimeter Boden.

Dann öffnete sich das Boxenstoppfenster und Uwe Alzen steuerte den Lamborghini an die Boxen. Dort kam es in der Folge zu dem Fehler, der das Team den Sieg kostete. Suzanne Weidt wurde vom Mann an der Uhr ganze 34 Sekunden zu früh wieder ins Rennen geschickt. Laut Reglement bekommt man für jede Sekunde zu wenig Standzeit fünf Strafsekunden aufgebrummt. Macht dann in der Summe 170 Sekunden!

Dazu Organisator Ralph Monschauer: "Da war das Team nicht alleine. Diese Situation hatten wir bisher schon viermal, deshalb kenne ich die Reaktionen der Teams. Hintergrund ist, dass die Zeit 120 Sekunden beträgt. Leider wurde dies schon oft auf der Stoppuhr mit 1:20 Minuten verwechselt, und das sind halt nur 80 Sekunden. Aber wie gesagt, das passierte auch schon anderen Teams."

Somit gewann das amtierende Meisterteam HCB Rutronik Racing mit Plentz und Tulpe den vierten Saisonlauf und holte sich die volle Punktzahl. Damit verteidigte Tommy Tulpe auch die Meisterschaftsführung.

Dahinter wurde es richtig turbulent. Auf dem dritten Rang richtete sich zunächst Manuel Lauck auf dem Lamborghini ein. Aus der Tiefe des Raums näherte sich aber schon Wim de Pundert mit seinem HTP-Mercedes-AMG GT3. Vom sechsten Startplatz aus ins Rennen gegangen, lag er zunächst auf dem fünften Rang.

In der dritten Runde schnappte sich der Niederländer seinen Markenkollegen Josef Klüber, im achten Umlauf musste auch Manuel Lauck im Lamborghini dran glauben. Den dritten Rang hielt de Pundert immerhin bis zur 20. Runde. Dann musste er Kenneth Heyer, der Klüber im Cockpit abgelöst hatte, passieren lassen. Durch das Missgeschick der Lambo-Mannschaft um Uwe Alzen und Suzanne Weidt sollte er am Ende aber dennoch auf dem Podium stehen.

Auch die zweite Lamborghini-Mannschaft um Manuel Lauck und Oliver Engelhardt absolvierte den Boxenstopp zu schnell. Das Gigaspeed Team GetSpeed Performance unterbot die Mindeststandzeit jedoch nur um ein moderates Sekündchen und kam mit einer 5-Sekunden-Strafe davon. Hierdurch verloren Engelhardt / Lauck einen Platz an das Duo Blessing / Lauck. Für Doppelstarter Lauck kein Problem. Für Karlheinz Blessing war es der dritte Sieg in der Serie.

Kein Glück im Rennen hatte Claudia Hürtgen. Nachdem sie von Timo Scheibner den BMW Z4 GT3 übernommen und einige schnelle Runden gedreht hatte, fuhr sie in die Boxen und stellte ihr Auto mit Bremsproblemen ab. "Das ist natürlich sehr schade für das Team, aber so ist es manchmal im Motorsport. Mir hat die Serie aber viel Spaß gemacht und gerne würde ich das noch einmal wiederholen." Die Klasse 8 gewann derweil Benni Hey vor Marc Asbeck im Mercedes AMG GT3 von Black Falcon.

In der Meisterschaft führt nach vier Rennen nun Tommy Tulpe mit 87,50 Punkten vor seinem Teamkollegen Fabian Plentz. Platz drei teilen sich gleich drei Fahrer: Karlheinz Blessing, Manuel Lauck und Max Aschoff. Suzanne Weidt folgt auf Platz sechs.

Das nächste Rennen findet am 08. Juli 2017 auf dem Hockenheimring statt.


Stimmen zum Rennen:

Uwe Alzen, Lamborghini Huracan GT3:

"Schade, wir hatten ein gutes Paket und hätten gewinnen können. Suzanne ist um ihr Leben gefahren. Das muss man klar sagen. Mega, Mega, Mega-Leistung. Selbst wenn wir nicht gewonnen hätten: Eine Platzierung unter den ersten Drei wäre ein Riesenerfolg gewesen. Umso schlimmer ist dann, wenn es nicht passt. Da muss sich einer eklatant auf der Uhr verlesen haben. Unser Fehler. Zur Serie muss ich sagen: Ich hatte das erste Mal seit langer Zeit wieder richtig viel Spaß. Die Truppe um Ralph Monschauer macht das hier sehr gut. Ich würde gerne wiederkommen. Wir müssen mal schauen, was ich da mit Dietmar Haggenmüller und meinem eigenen Team machen kann."

Fabian Plentz, Audi R8 LMS:
"Wir haben beim Boxenstopp ungefähr acht Sekunden verloren. Das Auto ist nicht direkt gestartet. Aber sonst war es ein guter Boxenstopp. Beide Stints gut gefahren. Tommy hat fast 30 Sekunden auf den Lamborghini aufgeholt."

Manuel Lauck, Lamborghini Huracan Super Trofeo:
"Ich weiß nicht, wie es zur Unterschreitung der Standzeit beim Boxenstopp gekommen ist. Möglicherweise habe ich den Speedlimiter zu früh gedrückt und entsprechend hat die Zeit nicht gepasst."

Max Aschoff, Praga R1 T:
"Es lief eigentlich ganz gut. Den Start habe ich ein bißchen verpennt. Danach habe ich relativ zügig zwei Plätze gutgemacht. Danach wurde es ein bißchen zäh, weil die vorderen Leute sich dann mehr gewehrt haben. Einen GT3 zu überholen ist schwer. Ich komme vielleicht besser aus der Kurve raus. Aber nach zwei, drei Metern stehen die wieder richtig und gehen dann ab wie eine Rakete. Ich hatte neue Reifen drauf, habe die aber am Anfang hinter den Jungs verbraten. Sonst wäre vieleicht eine 1:58er Zeit möglich gewesen."

Claudia Hürtgen, BMW Z4 GT3:
"Ich hatte ein technisches Problem mit der Bremse. Ich weiß nicht, was es war und habe lieber die Box angesteuert."

Benni Hey, Porsche 991 GT3 Cup:
"Ich bin sehr zufrieden. Fünfter im Gesamtklassement und die Klasse gewonnen. Das Auto ließ sich gut fahren, der Stopp war okay. Ich kann mich nicht beschweren."
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