Datum: 29.11.2017
Fahrer gesucht: Wer möchte Porsche fahren?

Die zwei Porsche 991 GT3 Cup im Einsatz beim Finale DMV GTC in Hockenheim (Foto: Farid Wagner/Roger Frauenrath)

Christoph Dupré: Nicht nur erfolgreich als Teammanager, sondern auch als Fahrer mit Sieg in der Klasse 7 in Hockenheim (Foto: Farid Wagner/Roger Frauenrath)

Auch Claus Dupré ist noch ab und zu als Gastarter im DMV GTC unterwegs (Foto: Farid Wagner/Roger Frauenrath)
In der Saison 2018 wird Dupré Motorsport ein Juniorteam mit einem Porsche 991 GT3 Cup im DMV GTC und DUNLOP 60 einsetzen. Wir sprachen mit Christoph Dupré über den Einsatz und die Gründe dazu...

Wie seid ihr auf die Idee für ein Juniorteam gekommen?

Christoph Dupré: „2018 feiert Dupré Motorsport sein 50-jähriges Jubiläum im Motorsport. Unser Unternehmen ist dann über 80 Jahre alt. Mein Vater Claus hat 1968 mit dem Motorsport begonnen. Da lag es sehr nahe, dass wir etwas Besonderes machen wollten. Aber wir hatten die Idee schon länger und arbeiten gerne mit jungen Piloten zusammen.“

Das Juniorteam ist also langfristig ausgelegt?
Christoph Dupré: „Ja, natürlich. Wir sehen das über die nächsten Jahre. Wir wollen junge Talente ja auch begleiten. Wenn jemand das Talent hat, spricht ja nichts dagegen, dass man dann in den Porsche Carrera Cup wechselt. Für uns macht es sehr wohl Sinn vom Kartsport oder anderen Klassen in die Serien DMV GTC und DUNLOP 60 zu wechseln. Dort soll man erst einmal Erfahrung sammeln, bevor man z.B. in den Porsche Carrera Cup wechselt. Wir haben das lang genug gemacht und waren auch im ADAC GT Masters aktiv. Viele unterschätzen diese Klassen vielleicht. Von außen sieht das immer easy aus. Wenn man dann aber im Auto sitzt und von einem langjährigen Profi unter Druck gesetzt wird und in Fehler getrieben, dann muss man wissen, was man macht. Dafür ist der DMV GTC oder DUNLOP 60 super geeignet, da wir hier in Ruhe alles angehen können.“

Warum DMV GTC und DUNLOP 60?
Christoph Dupré: „Wir starten jetzt schon ein paar Jahre in diesen Serien. Sowohl mit Porsche als auch im Audi R8 GT3. Uns gefällt zum einen das Format sehr gut, da man in zwei Tagen unwahrscheinlich viel fahren kann. Zum anderen macht es das Team von Ralph Monschauer aber auch sehr gut. Sie kümmern sich um die Fahrer und haben immer ein offenes Ohr. Die Pressearbeit und Kontakte sind hervorragend. Für junge Piloten ist es auch deswegen sehr gut geeignet, da man vier Stunden Fahrtzeit hat. Die Teams und Piloten gehen ordentlich mit ihren Mitbewerbern auf der Strecke um und es geht noch familiär zu. Das ist entscheidend. Der Druck kommt später noch früh genug. Ein junges Talent kann sich hier innerhalb von einer Saison prima entwickeln.“

Wieviele Fahrer sucht ihr und was ist die Voraussetzung?
„Wir sind auf der Suche nach zwei Pilotinnen oder Piloten für einen Porsche 991 GT3 Cup. Aber wenn es nachher drei oder vier werden, ist das auch kein Problem, da wir insgesamt zwei 991er haben. Es ist auch nicht so, dass wir hier jeden nehmen. Es geht uns auch um das Talent und Schnelligkeit. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zwei Fahrer finden. Sollten es drei Youngster sein, so ist das auch kein Problem, da ich noch als zweiter Pilot im Porsche starten kann. Pro Auto können sich zwei Fahrer ein Cockpit teilen. Theoretisch kann man natürlich auch alleine fahren.“

Aber ihr habt nicht nur zwei Porsche, sondern auch noch einen GT3?
„Richtig. Wir könnten drei Autos einsetzen. Haben wir im DMV GTC auch schon gemacht. Das ist kein Problem. Neben den zwei Cup-Porsche haben wir auch noch einen Audi R8 LMS ultra. Das passt natürlich dann hervorragend, wenn jemand schon Erfahrung im Porsche hat und dann in den GT3-Bereich umsteigen will. Und theoretisch könnte man dann auch mit dem Audi im DMV GTC oder DUNLOP 60 starten. Da es dort auch eine Wertung für die älteren Autos gibt und eine ProAM-Wertung, hat man ebenfalls gute Chancen auf gute Platzierung. Und ich denke, dass man auch noch über eine Junior-Wertung nachdenken wird.“

Wir reden aber auch über die Meisterschaft im DMV GTC oder DUNLOP 60?
„Aber auf jedenfall! Da die Meisterschaft in Klassen aufgeteilt ist, kann man über die Klassen volle Punkte für die Gesamtmeisterschaft gewinnen. Im DMV GTC zählt das Auto. Im 30 bis 40 minütigen Freien Training teilt man sich das Cockpit. Dann haben wir zwei Qualifying-Sitzungen und zwei Rennen. Fahrer 1 fährt Q1 und Rennen 1. Fahrer 2 dann Q2 und Rennen 2. Punkte bekommt aber das eingeschriebene Auto mit den zwei Fahrern. Bei einem Sieg von Fahrer 1 und Fahrer 2 erhält man somit zweimal 25 Punkte und steht gemeinsam auf Platz 1 als Duo. Am Ende sind beide Meister. Anders im DUNLOP 60. Hier zählt jeder Fahrer. Wenn man dort das Cockpit teilt, bekommt jeder Fahrer die 25 Siegpunkte. Dann stehen beide getrennt auf Platz 1. Wenn Fahrer 1 allerdings alleine fährt, dann bekommt auch nur er die Punkte.“

Welche Lizenz benötigt man?
„DMV GTC und DUNLOP 60 sind beide internationale Veranstaltungen. Also auch schon etwas Höheres von der Wertung. Da benötigt man die Internationale D-Lizenz. Aber viele Fahrer bekommen die schon durch ihre Erfolge. Falls nicht, so kann man diese über einen Lehrgang Anfang des Jahres machen. Das ist von den Kosten auch überschaubar und an einem Abend und einem Tag erledigt.“

Wie sieht es mit dem Ablauf aus. Wären auch Testtage möglich?
„Wenn man Testtage haben möchte, dann ist das natürlich möglich. Allerdings ist das nicht im Gesamtpaket enthalten. Es gibt oft vor dem Rennwochenende noch am Donnerstag einen Testtag. Da hat man die Chance sich vorzubereiten. Darüberhinaus oft noch am Freitagmorgen 20 bis 40 Minuten – neben dem offiziellen Freien Training. Ich persönlich sehe die Saison ja als Test unter Rennbedingungen an. Alles weitere kann man dann besprechen.“

Und zu guter Letzt natürlich die Frage nach dem Geld. Was kostet der Spaß?
„Wir haben ein gutes Paket geschnürt, was sich wirklich sehen lassen kann. Für den Einsatz im Porsche 991 GT3 Cup mit den 230 bis 240 Minuten haben wir einen Preis von 138.000 Euro netto veranschlagt. Darin inbegriffen sind Einsatz Porsche 991 GT3 Cup, Nenngebühren, Boxenplätze, Reifen, Versicherung, Benzin, Öl, Verschleißteile wie Bremsen, etc. Nicht inbegriffen sind Reparaturen nach Unfällen. Pro Fahrer sind das für acht Wochenenden DMV GTC und DUNLOP 60, also 240 Minuten Rennzeit, 69.000 Euro netto. 8.625,- Euro pro Freitag/Samstag.“

Das ist ja wirklich ein perfekter Preis für einen solchen Auftritt und mit so einem Auto!
„Das klappt auch nur dank der Hilfe unserer Sponsoren. Wir sind über die Schmerzgrenze gegangen, da wir wirklich jemand unterstützen wollen. Dazu hilft DUNLOP mit und von der Serie wird auch nur ein Teil der Nennungen und der Kosten für Boxen, etc. berechnet. Dazu wird sich Motorsport XL um die Pressearbeit der Fahrer kümmern. Und das auch komplett kostenlos! Uns allen ist wichtig, dass wir jemand helfen und derjenige vielleicht wirklich irgendwann einmal dann im ADAC GTC Masters, Porsche Carrera Cup oder anderen höheren Serien startet. Das ist für uns eine gute Werbung und auch für den DMV GTC oder DUNLOP 60.“

Wo kann man sich melden?
„Am besten einfach eine Mail senden mit einem Portrait oder Lebenslauf. Dann kann man sich das schon einmal anschauen. Auch telefonisch bin ich erreichbar. Wir freuen uns über jeden Kontakt.“

Infos:
Dupré high Performance Engineering
Christoph Dupré
Ottweilerstraße 26 - 32
D - 66578 Schiffweiler
Telefon: +49(0)6821/9642-21
Telefax: +49(0)6821/9642-32
E-mail: christoph.dupre(at)dupre.de


Das Interview führte Thomas Konsen
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